Jumpgate: Evolution ist eine Art Neuveröffentlichung des ursprünglichen Jumpgates, welches am 25.09.2001 das Licht der Welt erblickte. Auch wenn Jumpgate nie ein wirklicher Hit-Titel war, hat es bis heute noch eine loyale Fangemeinde und den Leuten bei NetDevil ist die Marke Jumpgate offensichtlich ans Herz gewachsen.
Wie es heißt, soll der Nachfolger noch in diesem Jahr erscheinen. Entwickelt wird es ebenfalls von NetDevil, dieses Mal fungiert CodeMasters allerdings als der Publisher.
Vieles hat sich seit 2001 auf dem MMO-Sektor geändert und NetDevil hat in der Zwischenzeit ein weiteres Spiel veröffentlicht und wieder vom Markt geschlossen. Auch wenn noch nicht viel über über das Spiel bekannt ist, sind hier einige wichtige Punkte, von denen wir hoffen, dass die Entwickler sie während der Arbeit an Jumpgate: Evolution nicht aus den Augen verlieren.
Macht nicht zu viel auf einmal !
Eine der größten Sünden von Sci-Fi MMOs ist die Tatsache, dass sie oft zu viel auf einmal sein wollen. Zu versuchen, für alles und jeden Ansprechend zu sein ist ein Fehler, den viele MMOs in der Vergangenheit schon gemacht haben.
NetDevil sollte es auf jeden Fall besser wissen, wenn man sich ihr mittlerweile wieder geschlossenes Spiel Auto Assault ansieht. Auch wenn die Autokämpfe für die Fans sicherlich sehr spannend waren und Spaß gemacht haben, wäre es eigentlich nicht nötig gewesen, Spieler dazu zu zwingen, dass sie sich Avatare erstellen müssen. Und nicht nur das: In den Städten, in denen man sich mit seinem Avatar bewegt, bekommt man das Gefühl, dass diese ziemlich lieblos und schlecht umgesetzt worden sind.
Es ist durchaus verständlich, weshalb NetDevil dieses Feature als notwendig erachteten. Man hatte gehofft, dass sich die Spieler mit besser mit ihren Charakteren identifizieren können, wenn sie einen eigenen Avatar hatten. Zudem sollten die Städte und Questgeber eine glaubwürdigere Welt darstellen, als eine Welt, die nur von tausenden von Autos bevölkert wird. Nun, sehen wir uns einmal EVE Online an. Auch wenn hier mit dem Ambulation/Incana-Update geplant ist, dass die Spieler auf Stationen herumlaufen können, ist das Spiel bisher äußerst gut damit gefahren, dass die Spieler nichts weiter als veränderbare Fotos als Charaktere hatten und es ansonsten nur Raumschiffe zu sehen gab.
Der Hauptaspekt von Jumpgate: Evolution scheint der Raumkampf zu sein, welcher in der Vergangenheit schon mit Wing Commander verglichen wurde. Der Kern des Spiel besteht aus den actiongeladenen Kämpfen, die man in seinem eigenen Raumjäger bestreitet. Wenn NetDevil sich darauf konzentriert, diesen Teil als allererstes richtig gut zu machen, können sie im Nachhinein immer noch andere Dinge hinzufügen, genau wie es CCP Games mit EVE Online macht.
Macht die Kämpfe richtig !
Raumkämpfe sind etwas komplett anderes als die typischen MMOs, bei denen man einfach nur irgendwelche Hotkeys betätigt. Die Faszination an Spielen wie Wing Commander, X-Wing, Tie-Fighter (und Freelancer sowie Privateer; Anmerkung des Übersetzers) bestand darin, dass sie sich für den Spieler an gefühlt haben, als würde er eine gefährliche Waffe steuern und damit intergalaktische Dogfights bestreiten. Wen JGE erfolgreich sein soll, muss das Spiel möglichst nah an das Spielgefühl dieser Klassiker herankommen oder es sogar noch übertreffen. Die Tatsache, dass NetDevil vorhat, riesige Weltraumschlachten mit hunderten von Schiffen zwischen den drei unterschiedlichen Fraktionen zuzulassen, lässt uns hoffen, dass sie das auch hin bekommen. In einem Spiel, welches sich selbst als sehr kampflastig bezeichnet, sollten sie das besser auch...
Drei Fraktionen bitte!
Wenn man FvF (Fraktion versus Fraktion) PvP haben möchte, hat die Vergangenheit gezeigt, dass nur zwei Seiten meistens nicht ausreichend waren. Es hat sich herausgestellt, dass FvF Gameplay mit mindestens drei Fraktionen am meisten auszahlt. Dark Age of Camelot ist hier das Paradebeispiel, auch wenn es kein Sci-Fi Spiel ist. Drei Fraktionen zu haben helfen ungemein, um dem ansonsten unausweichlichen Ungleichgewicht der Spielerzahlen aus dem Weg zu gehen. Die beiden unterlegenen Fraktionen können sich oft zusammentun und so gegen die ansonsten übermächtige dritte Fraktion bestehen. Wenn dein Spiel Fraktionskriege haben soll, sind drei Fraktionen der richtige Weg. Gut gemacht NetDevil, dass ihr das schon früh bemerkt habt!
Macht den Weltraum schön und ausdehnend !
Der Weltraum... unendlich langweilige Weiten. Denkt man darüber nach. Der Weltraum mag zwar eine unglaubliche Faszination auf uns Normalsterbliche, die ihn niemals zu Gesicht bekommen werden, ausüben, aber wenn das anfängliche „Wow, ich bin im Weltraum!“-Gefühl weg ist, bleibt nicht viel mehr übrig als endlose Weiten voller Nichts. Ein visuell ansprechendes und verführerisches Spiel wird sicherlich nicht den endlosen Weltraum voll gähnender Leere zeigen.
Wir hoffen, dass die Grafiker NetDevil fleißig dabei sind, dem Weltraum das gewisse Etwas zu verleihen, um diesem Problem aus dem Weg zu gehen. Um auf unseren ersten Punkt zurückzukommen: In Jumpgate: Evolution wird man nicht auf Planeten umher laufen können, aber, was Spielern hilft, sich in die Welt (bzw. in das Universum) hinein zu versetzen, sind Sehenswürdigkeiten. Und wenn wir uns diese Screenshots ansehen, ist NetDevil da schon richtig gut dabei.
Außerdem wäre es ein ziemlich netter Bonus, wenn der Weltraum, naja, weiträumig wäre. Ich will hier kein bestimmtes Spiel ansprechen, aber wenn ich ein Spiel spiele, welches im unendlichen Weltraum stattfinden soll, will ich meine Zeit lieber nicht mit Ladebildschirmen verbringen. Ich hoffe, dass NetDevil hier sein Pläne beibehält und ähnlich fährt wie EVE Online und es nur einen einzigen Server gibt, auf dem alle Spieler miteinander interagieren können. Kurze Ladezeiten zwischen den einzelnen Zonen sind okay, aber lasst uns doch lieber nicht so viele Instanzen und Kopien von Instanzen machen, ja?
Macht den Missionsgenerator richtig !
Schon früh hatte Star Wars Galaxies einen (für damalige Verhältnisse) ziemlich guten Missionsgenerator, welcher Spieler mit Aufgaben versorgt hat. Allerdings lief es meistens auf „Finde es“, „Töte/Rede/Hole es“ und „Komm dann damit zurück“ hinaus. Jumpgate: Evolution soll ebenfalls einen guten Missionsgenerator bekommen, der dafür sorgt, dass die Spieler immer etwas zu tun haben. Der Skeptiker in mir macht sich sorgen, dass es nur auf Quests hinausläuft, in denen man immer wieder irgendwelchen Weltraumabschaum abknallen muss. Ich bete, dass dies nicht der Fall sein wird und ich vertraue darauf, dass ein Unternehmen, welches an einem Spiel wie Lego Universe arbeiten darf, weiß, was sie macht. Aber die Zeit wird zeigen, ob mein Vertrauen gerechtfertigt ist.
| 08.02.2010 |